"Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer."

Antoine de Saint-Exupéry

Rahmenbedingungen für die Arbeit in den Lernlandschaften des „Lernhaus im Campus" (Stand: Oktober 2012)

Grundsätze
Im Lernhaus im Campus wird auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlicher Art und Weise zusammen gearbeitet.
Um die Menschen im Lernhaus zu stärken und die Sachen zu klären, werden auch außerhalb der Lehrzeit Zeiten der Reflexion und Intervision benötigt. Verbindlichkeit benötigt auch zeitliche Transparenz und Rollen- bzw. Funktionsklarheit. Das Bewusstsein der eigenen professionellen Wertigkeit und deren Vertretung nach außen sorgen für verantwortliches Handeln.
Eine gelingende Beziehungsgestaltung in der Schule, sowie das Führen einer konstruktiven Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern erfordern einen professionellen Umgang mit dem eigenen Handeln im Team. Neben der schulischen und unterrichtlichen Bewegung bietet unsere Schule sowohl für die Schülerinnen und Schüler, als auch die Lehrerinnen und Lehrern Raum für Ruhe.

Jedes Jahrgangsteam gestaltet seine Arbeit in den Lernlandschaften eigenständig in den von der Schulleitung gesetzten Vorgaben. Ein Austausch zwischen den einzelnen Teams ist erwünscht und wird durch gemeinsame schulische und organisatorische Aktivitäten, Fort- und Weiterbildungen, sowie die gemeinsame Gestaltung des Ganztagsbetriebes unterstützt.
Jedes Jahrgangsteam entwickelt gemeinsam mit den FK und gemäß ihrer personellen Ressourcen ein inhaltliches Profil, veröffentlicht dieses in der Schulöffentlichkeit und fokussiert das Lernen im Jahrgang dementsprechend.

Rechtliche Vorgaben
Die Gestaltung der Arbeit in den Lernlandschaften richtet sich nach dem durch die Landesschulbehörde gesetzten Rechtsrahmen, sowie dem Leitbild und dem pädagogischen Konzept des Lernhaus im Campus in der Fassung von 12/2008.
Die Erlasse zur Arbeit in einer zusammengefassten Haupt- und Realschule bzw. der Oberschule finden ihre Anwendungen, die entsprechenden Kerncurricula sind in den schuleigenen Arbeitsplänen umgesetzt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden sinn- und verantwortungsvoll für das Wohl der Schülerinnen und Schüler umgesetzt.
Die Jahrgänge arbeiten verbindlich mit den Fachkonferenzen zusammen.

Die Leistungsbewertung und Notengebung ist gesetzlich geregelt.

Teambildung
Die Jahrgangsteams setzen sich aus Lehrpersonen mit unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung und inhaltlicher Neigung/Schwerpunktsetzung zusammen. Die Lehrpersonen eines Teams arbeiten möglichst ausschließlich in ihrem Jahrgang. Die Lehrpersonen eines Teams begleiten halbjährlich ihren Teamprozess durch ihre Teilnahme an unterschiedlichen Aktivitäten im Bereich Teambildung und Reflexion(Teamsupervision / Teamcoachings). In begründeten Einzelfällen und auf der Basis der jeweiligen finanziellen Möglichkeiten kann die Anzahl der supervisorischen Unterstützungen in Absprache mit der Schulleitung erhöht werden.

Die Teams werden durch Lehrpersonen unterstützt, die vertikal organisiert, insbesondere in Mangelfächern, die einzelnen Jahrgänge unterstützen. Vertikal arbeitende KollegInnen ordnen sich in Absprache einem Team zu. Der Einsatz dieser, die Teams begleitenden Lehrpersonen wird in Absprache mit den Stundenplanern der Schulleitung auf der Teamleitersitzung koordiniert.

Organisation
Die zeitliche und räumliche Organisationsstruktur der Schule ist für SchülerInnen und KollegInnen übersichtlich und bietet Orientierung.
Jedes Jahrgangsteam entwickelt gemeinsam mit der Schulleitung einen Stundenplan entsprechend den fachlichen, organisatorischen und pädagogischen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler, sowie den Anforderungen der Stundentafel.
Generell wird der Stundenplan in 3 Lern-Blöcken organisiert.

Der Jahrgang organisiert eine fachlich und zeitlich sinnvolle Betreuung und Begleitung der Schülerinnen und Schüler in der Zeit von Mo-Do 8.00-15.30 Uhr und Fr. von 8.00-13.00 Uhr.

Materialbeschaffung und Schulbuchausleihe werden mit den zuständigen Personen, insbesondere den Fachbereichskonferenzleitungen und der Schulleitung abgesprochen.
Die Ausleihe von Schulbüchern wird sukzessive zu Gunsten selbst erstellter Materialien verringert. Die Eltern erhalten darüber jeweils zum Ende des Schuljahres für das neue Schuljahr Kenntnis. Die Kosten für die Lernjournale werden vorkalkuliert und den Eltern über die Lehrmittelkosten in Rechnung gestellt.
Erhöhte Vervielfältigungskosten werden bei Bedarf gesondert eingezogen.

Die Organisation des Tages der offenen Tür und der Einschulungsfeier werden in den Teams bzw. auf der Jahrgangsteambesprechung abgesprochen.

Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere Pressetermine und der Besuch externer Personen oder Gruppen werden mit der Schulleitung abgesprochen.

Ganztag
Das Lernhaus im Campus ist eine teilgebundene Ganztagsschule.

Die Schülerinnen und Schüler können zwischen verschiedenen Arbeitsgemeinschaften wählen, wobei sie am Montag und Dienstag verbindlich an einer AG teilnehmen oder in der Lernlandschaft / Fördergruppe arbeiten. Zusätzlich wählen sie zwischen einem Angebot am Mittwoch oder Donnerstag. Bei Bedarf ist es auch möglich, an vier Tagen das Ganztagsangebot in Anspruch zu nehmen.

Der Ganztagsbetrieb wird in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, der Verwaltung, je einer/m zuständigen Kolleg/in aus den Teams und einer zusätzlichen pädagogischen Mitarbeiterin organisiert. Die Aufgabenbereiche sind in einem Aufgabenverteilungsplan festgelegt.

In der Mittagsfreizeit kann zusammen gegessen werden. Die Schulleitung organisiert gemeinsam mit der pädagogischen Mitarbeiterin eine zeitlich sinnvolle Betreuung und Begleitung der Schülerinnen während der Mittagspause.

Kooperation/Kommunikation
Jedes Team wählt eine Teamleitung, sowie deren Vertretung. Die Teamleitung vertritt die Angelegenheiten des Jahrgangs auf den Jahrgangsdienstbesprechungen gegenüber und mit der Schulleitung. Die Teamleitung übernimmt keine Vorgesetztenfunktion und ist an kein Neutralitätsgebot gebunden. Die Teamleitungen, sowie deren Vertretungen nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil.

Die Teamleitung steuert die Kommunikation innerhalb des eigenen Jahrgangs und zwischen den unterschiedlichen Jahrgängen.

Die Teamleitungen erstellen in Zusammenarbeit mit der Schulleitung einen Jahresterminplan, in dem z.B. die Termine der Dienstbesprechungen, der Arbeitsnachmittage, der inhaltlichen Teamcoachings, der SCHILFs, der pädagogischen Besprechungen, der Jahrgangsfahrten etc. festgeschrieben werden.
Spätestens vier Wochen nach Schuljahresbeginn wird der Plan vorgelegt.

Die Teamleitung lädt mindestens all vierzehn Tage zu einer Teamdienstbesprechung ein. Neben Organisatorischem werden insbesondere die Situation der Schülerinnen und Schüler und die inhaltlich-pädagogische Arbeit thematisiert. Um die Teambesprechungen zeitlich zu entlasten, werden möglichst viele Informationen und Ankündigungen schriftlich den zu erstellenden Protokollen angehängt und nur bei Bedarf diskutiert. Die Protokolle dieser DBs gehen zeitnah allen Teammitgliedern und der Schulleitung zu.
Gemeinsame Besprechungen aller Jahrgänge finden nach Bedarf statt.

Die Teamsitzungen finden jeweils am Mittwoch statt.

Inhaltlich-fachliche Arbeit
Die Schülerinnen und Schüler werden vom Jahrgangsteam in unterschiedliche Bezugssysteme aufgeteilt. Jedes Bezugssystem wird von einem Lernbegleiter oder einem Lernbegleitertandem betreut. Die Bezugssysteme bilden nach dem Jahrgang die nächst intensivere Beziehungsstufe.

Jede Lerngruppe hat einen festen, räumlichen Bezugspunkt. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält dort einen eigenen Arbeitsplatz. Die räumliche Gestaltung bietet Orientierung und unterstützt ein positives Lernklima.

In den Lernlandschaften findet das Lernen in drei unterschiedlichen Formen statt:

  • Das gelenkte, auch kooperative Lernen in Inputs
  • Das eigenverantwortliche und begleitete Lernen in den Lernlandschaften
  • Das gemeinsame und eigenverantwortliche Lernen in fächerübergreifenden Projekten

Den stundenmäßigen Anteil der Einzelfächer ist durch die Stundentafel des jeweiligen Bezugserlasses geregelt. Die Lernlandschaftszeit, sowie die Projektarbeitszeit geht in die Berechnung mit ein.

Das gelenkte Lernen in den Inputs wird insbesondere in den Kernfächern umgesetzt und dient neben einer fachlichen Grundbildung auch dem Einüben von eigenständigem und selbsttätigem Lernen, aber auch des gemeinsamen und sozialen Lernens.

Die Fächer des naturwissenschaftlichen Fachbereichs, des geschichtlich-sozialen Fachbereichs und des musisch-kulturellen Fachbereichs werden entweder in fachbereichsinternen Projekten, in fachbereichsübergreifenden Projekten oder auch nach Bedarf jahrgangsübergreifend umgesetzt.

Der im pädagogischen Konzept verabschiedeten Schwerpunktsetzungen Gesundheit und Berufsorientierung, sowie der teambezogenen Profilbildung werden projekt- und handlungsorientiert durch eine adäquate Themensetzung Sorge getragen.
Im eigenverantwortlichen und begleiteten Lernen in den Lernlandschaften wird vorrangig in den Kernfächern und sukzessive auch in den Begleitfächern gelernt. Der Anteil der Arbeit in den Lernlandschaften wird schrittweise erhöht.

Die Jahrgangsteams arbeiten an interdisziplinären Zielsetzungen, so dass die Schülerinnen und Schüler fachübergreifende Verknüpfungen herstellen können.

In den Jahrgängen 5-7 werden neben der Fokussierung auf das eigenverantwortliche und selbsttätige Lernen insbesondere das kooperative Lernen und das soziale Lernen gefördert. Hierzu wird von den jeweiligen Jahrgangsteams ein altersgemäßer Rahmen bereitgestellt, der eine Reflexion des eigenen Lernens und des sozialen Miteinanders ermöglicht. In den höheren Jahrgängen soll dies insbesondere in die Projektarbeit und in den Bereich der Berufsorientierung mit einbezogen werden.

Formen der quantitativen und qualitativen Differenzierung werden auf der Basis der rechtlichen Vorgaben (A/B Differenzierung in den Kernfächern als Minimalanforderung durch den OBS Grundsatzerlass) im Jahrgang besprochen und der Jahrgangsöffentlichkeit transparent gemacht.
Der Wahlpflichtbereich kann projektartig organisiert sein und ist an der Schwerpunktsetzung/Profilierung orientiert.

Das Jahrgangsteam stellt den Schülerinnen und Schülern ihres Jahrgangs ein Instrument zur Verfügung mit welchem sie ihre Wochenplanung vornehmen und mit dessen Hilfe sie ihre Aufgaben und Ziele reflektieren können.

Die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler werden in Portfolios und/oder Lerntagebüchern festgehalten.

Das Jahrgangsteam stellt den Schülerinnen und Schülern zunehmend zeitliche Möglichkeiten für ihr „individuelles Lernen“ zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten von ihren Lernberatern eine kontinuierliche Rückmeldung über ihren Leistungsstand. Die Organisationsform regelt das Jahrgangsteam.

Elternarbeit
Die Jahrgangsteams beziehen die Eltern in ihre pädagogische Arbeit mit ein. Sie informieren über den Lern- und Entwicklungsstand ihrer Kinder in Form von

  • Schriftlichen Mitteilungen
  • Persönlichen Gespräche
  • Lernstandsgesprächen
  • Elternabenden

und tauschen sich auf unterschiedlichen Ebenen regelmäßig aus.

Arbeitszeit
Die Arbeit in den Lernlandschaften besteht neben der Arbeit in der direkten unterrichtlichen Lehre und Beratung, auch in den Bereichen der Fachabsprachen, Fachbesprechungen und der transparenten und kooperativen Vorbereitung der Lernprozesse in den Lernlandschaften.
Alle Lehrpersonen arbeiten an einem verbindlichen Ganztagsnachmittag und nehmen an der wöchentlichen Dienstbesprechung teil. Für Teilzeitkräfte können individuelle Abmachungen getroffen werden.
Alle Lehrpersonen nehmen in der unterrichtsfreien Zeit an 5 Tagen im Jahr (Jahresplan) an team- und schulbezogenen pädagogischen Aktivitäten teil.

Zum Download Lernhaus Rahmenbedingungen